Lena Myrenius ist seit 1990 als Tierärztin tätig. Sie hat in verschiedenen Tierkliniken in Schweden gearbeitet, u.a. in Karlstad, Söderköping, Göteborg und Skövde sowie seit Juli 2009 in der Tierklinik „Blauer Stern“ in Skara. Sie hat sich auf Hunde- und Katzenkrankheiten spezialisiert und hat selbst zwei Hunde - den Mischling Tyson und den Jack Russell Terrier Asta - und drei Katzen.
Benötigen Katzenkinder ein besonderes Futter?
Ein ausgewogenes Alleinfutter ist die beste Ernährung für eine heranwachsende Katze. Im Futter sind alle Nährstoffe enthalten, die die Katze braucht und darüber hinaus muss nichts dazugefüttert werden.
Katzen können beim Futter sehr wählerisch sein. Sie haben unterschiedliche Geschmäcker und viele fressen lieber Nassfutter als Trockenfutter. Ein Alleinfutter hat jedoch den Vorteil, dass die Katze sich nicht zu einseitig ernährt, was zum Beispiel der Fall wäre, wenn sie nur Fisch oder Fleisch bekäme. Trockenfutter hat heute eine solche Qualität, dass es auch für kastrierte Kater sehr gut geeignet ist. Es ist möglich, wenn sich Ihre Katze ausschließlich von Trockenfutter ernährt. Wichtig ist nur, dass die Katze jederzeit ausreichend frisches Wasser zur Verfügung hat.
Die Futtergewohnheiten Ihrer Katze werden schon beim Katzenjungen geprägt. Geben Sie deshalb von Anfang an ein hochwertiges Futter, das Ihre Katze auch gerne mag. Probieren Sie verschiedene Geschmacksrichtungen aus, bis Ihre Katze ihr Lieblingsfutter gefunden hat. Es macht nichts, wenn Sie dann bei einer Geschmacksrichtung des Futters bleiben, denn wie schon erwähnt enthält ein Alleinfutter alles was die Katze braucht.
Kann eine Katze allergisch auf das Futter reagieren?
Eine Allergie wird bei Katzen meist durch im Futter oder in der Luft enthaltene allergieauslösende Partikel, die sogenannten Allergene, ausgelöst. Symptome einer Futtermittelallergie können Juckreiz, Erbrechen oder Durchfall sein.
Katzen entwickeln eine Futtermittelallergie oft erst, wenn sie über ein Jahr alt sind und selten ab einem Alter über zehn Jahre. Um sicherzugehen, dass es sich um eine Allergie handelt, müssen zunächst andere Krankheiten, wie z.B. Parasitenbefall, ausgeschlossen werden.
Es gibt derzeit keine Methode, um eine Futtermittelallergie der Katze mittels Blutprobe zu testen. Sie können der Katze jedoch für ca 6-8 Wochen ein niedrigallergenes Futter geben. Danach füttern Sie das ”verdächtige” Futter bzw. die eventuell allergenen Bestandteile in zweiwöchigen Intervallen. Sollte sich bestätigen, dass die Katze einen Futterbestandteil nicht verträgt, ist es wichtig, dass Sie auf der Verpackung nachlesen, welche Rohstoffe das Futter beinhaltet. Benutzen Sie auch gerne unseren Bozita Futterberater.
Meine kastrierte Katze/Kater neigt zu Übergewicht. Was kann ich dagegen tun?
Sowohl Katzen als auch Kater neigen nach dem Kastrieren zur Gewichtszunahme. Ursache sind die mit dem Eingriff verbundenen Veränderungen in Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Um Übergewicht zu vermeiden, sollte man –jedoch erst nachdem der Wachstumsprozess abgeschlossen ist - auf ein Lightfutter wechseln.
Viele Katzenbesitzer sind beunruhigt darüber, was es mit dem mehr oder weniger großen ”Fettkissen” auf sich hat, welches Katzen beiderlei Geschlechts manchmal auf dem Bauch haben. Dieses ist ungefährlich, kann jedoch ein Zeichen für Übergewicht sein.
Übergewicht führt ein größeres Risiko für Krankheiten wie z.B. Blasenprobleme, Diabetes und Verschleißerscheinigungen in Knochen und Gelenken mit sich. Eine zu schnelle Gewichtsabnahme kann jedoch der Katze schaden. Die Diät sollte sich deshalb über einen längeren Zeitraum erstrecken und so erfolgen, dass die Katze ihr Gewicht nur langsam reduziert.
Sowohl Katzen als auch Kater können kastriert werden, d.h. die Keimdrüsen werden komplett entfernt (Hoden bzw. Eierstöcke und Gebärmutter). Bei der Katze wird der Eingriff auch als Ovariohysterektomie (OHE) bezeichnet.
Meine Katze leidet unter Erbrechen und/oder Durchfall. Was kann ich tun?
Es gibt zahlreiche Ursachen für Durchfall und Erbrechen. Parasiten gehören dazu. Freilebende Katzen, die auf die Jagd gehen und Beutetiere wie Mäuse fressen, können Bandwürmer bekommen und müssen regelmäßig entwurmt werden.
Geben Sie der Katze zwei Tage lang kein Futter, bis die Symptome abgeklungen sind. Voraussetzung ist jedoch, dass die Katze trinkt und das Wasser nicht erbricht, sowie dass sie ansonsten ein gutes Allgemeinbefinden hat. Falls die Katze nicht trinkt oder das Wasser erbricht, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.
Auch wenn die Beschwerden innerhalb einiger Stunden oder innerhalb eines Tages abgeklungen sind, sollten Sie trotzem noch ca. einen halben Tag warten, bis Sie wieder Futter geben. (Selbstverständlich muss die Katze jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben.) Erst dann können Sie leichtverdauliche Kost wie weißen, gekochten Fisch oder mageres Fleisch in kleinen Portionen füttern. Die Futtermenge kann von Tag zu Tag vergrößert werden. Danach können Sie für ein paar weitere Tage das normale Futter mit der Schonkost mischen. Erst dann können Sie wieder zum üblichen Katzenfutter übergehen.
Wie oft muss ich meine Katze entwurmen und gegen welche Parasiten soll ich sie behandeln?
Junge Katzen leiden oft unter Spulwürmern, die aus der Umgebung oder von der Katzenmutter stammen. Jungtiere habe eine schwächere Abwehr gegen Parasiten. Deshalb sollten sowohl Katzenkinder als auch die Mutter entwurmt werden. Wurmkuren gegen Spulwürmer sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Eine freilebende Katze, die sich auch von Beutetieren wie Mäusen ernährt, kann leicht von Bandwürmern befallen werden. Bei plötzlicher Gewichtsabnahme oder sichtbaren Larven und Eiern im Kot sollten Sie die Katze entwurmen. Bandwurmmittel zum Einnehmen sind rezeptfrei in der Apoteheke erhältlich. Etwas einfacher zu verabreichen sind Mittel die im Nacken der Katze aufgetragen werden. Diese müssen Sie sich jedoch vom Tierarzt verschreiben lassen.
Eine gesunde Wohnungskatze die keine Symptome wie Abmagern, Erbrechen oder Durchfall zeigt, braucht nicht regelmäßig entwurmt zu werden. Häufige Wurmkuren als ”vorbeugende Maßnahme” erhöhen nur das Risiko für Resistenz gegen Wurmmittel bei den Parasiten. Besser ist es, bei einem eventuellen Verdacht zunächst den Kot der Katze auf möglichen Parasitenbefall testen zu lassen.
Meine Katze kratzt sich ständig. Was kann ich dagegen tun?
Die häufigste Ursache für Juckreiz sind Ohrenmilben. Diese kleinen Parasiten sind am besten unter dem Mikroskop zu erkennen. Sie leben normalerweise im Gehörgang bis hin zum Trommelfell, können aber auch an anderen Körperteilen in der Haut zu finden sein.
Trotz Milbenbefall muss die Katze nicht unbedingt unter Juckreiz leiden. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig die Ohren von Freigängern, so dass die Katze nicht über einen längeren Zeitraum an einer Ohrenmilbeninfektion leidet. Es kann sonst zu schwer heilbaren Schäden im Gehörgang kommen.
Ohrenmilben treten häufiger bei frei lebenden Katzen als bei Wohnungskatzen auf. Allerdings kann sich die Katze schon als Katzenjunges angesteckt haben und später lange symptomfrei mit der Infektion in der Wohnung leben und natürlich auch andere Wohnungskatzen anstecken.
Welche Impfungen muss meine Katze bekommen und in welchen Zeitabständen?
Ihre Katze muss zunächst eine Grundimmunisierung sowie später Auffrischungsimpfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen bekommen.
Die Katzenseuche ist eine schwere Magen-Darm-Erkrankung. Sie hat einen schnellen Krankheitsverlauf, der Intensivbehandlung erfordert und tödlich enden kann.
Katzenschnupfen kann durch verschiedene Viren sowie durch Bakterien verursacht werden. Gegen zwei dieser Viren, dem Herpes- und dem Calicivirus, gibt es einen Impfstoff. Auch wenn eine akute Infektion seltener als bei der Katzenseuche tödlich verläuft, kann sie für eine ungeimpfte Katze schwere Gesundheitsschäden zur Folge haben.
Übliche zusätzliche Impfungen für Katzen sind Impfungen gegen Chlamydia (insbesondere bei Problemen in der Zucht) sowie gegen Tollwut (auf jeden Fall erforderlich bei Aufenthalt in Tierpensionen und bei Auslandsreisen).
Die erste Grundimmunisierung kann im Alter von acht bis neun Wochen erfolgen. Die zweite Grundimmunisierung folgt drei bis vier Wochen später, d.h. wenn die Kitten ungefähr 12 Wochen alt sind und kurz bevor sie die Mutter verlassen und in ihr neues Zuhause kommen. Eine Auffrischung ist nach einem Jahr erforderlich. Danach erfolgen die Auffrischungsimpfungen gegen Katzenschnupfen jährlich und gegen Katzenseuche alle drei Jahre.
Kann ich meiner Katze die Krallen kürzen?
Einer Wohnungskatze können Sie die Krallen mit einer Spezialschere für Katzenkrallen kürzen. Einem Freigänger sollten die Krallen jedoch nicht gestutzt werden. Die Katze benötigt die Krallen beim Klettern, um Halt auf glatten Flächen zu bekommen und auch, um sich bei Revierkämpfen behaupten zu können.
In Ausnahmefällen, insbesondere bei älteren Katzen, kann ein Kürzen einzelner Krallen auch bei Freigängern erforderlich sein. Die Daumenkralle an den Vorderpfoten kann sonst rund heraus und dann wieder in die Haut einwachsen.
Eine schräg oder ungleichmäßig abgenutzte Kralle kann ein Hinweis darauf sein, dass die Katze Schmerzen in einem Bein hat. Auch Katzen können sich ein Bein oder einen Zeh verstauchen. Auch Abnutzungserscheinungen beeinflussen wie die Krallen belastet werden. Kontrollieren Sie die Pfoten Ihrer Katze regelmäßig und kürzen Sie weniger abgenutzte Krallen.
Wie kann ich der Bildung von Zahnstein bei meiner Katze entgegenwirken?
Einer Katze die Zähne zu putzen ist nicht einfach. Sollte die Katze allerdings eine Zahnfleischentzündung und Zahnstein (mit drohendem Zahnverlust) haben, kann ein Putzen mit einer Kompresse oder Mullbinde um den Finger die beste Alternative für die Rettung der Zähne sein. Sie können die entzündeten Stellen am Zahnfleisch mit einer desinfizierenden Chlorhexidinlösung (0,12%ig) behandeln.
Sie können auch eine Spezialzahncreme für Katzen benutzen. Verwenden Sie jedoch nicht Ihre eigene Zahnpasta, da der Fluorgehalt in dieser für Katzen zu hoch ist.
Welche Körpertemperatur hat eine gesunde Katze?
Eine gesunde Katze hat eine Körpertemperatur zwischen 38–39,5oC. Am sichersten ist eine Messung im Enddarm. Am besten sollten Sie dabei eine weitere Person zur Hilfe haben, da Ihre Katze der Untersuchung gegenüber nicht unbedingt positiv eingestellt ist.
Kann man eine einfache Hauskatze ausschließlich in der Wohnung halten? Sollte man lieber zwei Katzen halten, damit sie einander Gesellschaft leisten können?
Auch normale Hauskatzen können problemlos als Wohnungskatzen gehalten werden. Wichtig ist vor allem, unter welchen Voraussetzungen das Katzenjunge aufwächst und wie seine Sozialisation erfolgt. In dieser wichtigen Phase, d.h. im Alter von zwei bis sechs Wochen, sollten die Tiere möglichst an sowohl Kinder als auch Hunde gewöhnt werden.
Wenn es bereits eine ältere Katze im Haushalt gibt, ist es keineswegs selbstverständlich, dass diese eine weitere Katze akzeptiert oder mit der jungen Katze spielen will. Um dieses Problem zu umgehen, sollte man lieber gleichzeitig zwei gleichaltrige Katzen oder Katzenjunge anschaffen. Wenn Sie mehrere Katzen haben, sollten Sie dafür sorgen, dass ihnen verschiedene Ruheplätze, gerne in unterschiedlicher Höhe, sowie mehrere Futterplätze zur Verfügung stehen. Weiterhin sollten Sie nicht nur eine Katzentoilette pro Katze, sondern mindestens ein weiteres Katzenklo bereitstellen.
Mein Kater ist oft in Kämpfe mit anderen Katzen verwickelt und kommt dann mit Kratzwunden nach Hause. Was kann ich dagegen tun?
Kastrierte Katzen haben generell ein geringeres Interesse an Revierstreitigkeiten und daran, andere Katzen herauszufordern. Deshalb ist das Kastrieren eine sinnvolle Maßnahme. Wenn Sie andere „Kampfhähne“ unter den Katzen in Ihrer Nachbarschaft kennen, können Sie auch mit den anderen Katzenbesitzern sprechen, und ihnen gegebenenfalls eine Kastration der Katze empfehlen.
Entgegen der früher üblichen Auffassung, dass man zunächst die Geschlechtsreife des Tieres abwarten sollte, empfiehlt man heute die Kastration von sowohl männlichen als auch weiblichen Tieren bereits im Alter von sechs Monaten.